KI im Kulturbereich – Sinnvoller Einsatz durch Verständnis, Haltung und Kreativität. Ein praxisnaher Einstieg in einen verantwortungsvollen Umgang mit generativer KI.
Ein Workshop von Christiane Carstensen – Bildungs- und KI-Expertin
1. KI-Einführung: Künstliche Intelligenz für Theater- und Kulturarbeiter:innen
Künstliche Intelligenz ist längst in unserem Alltag angekommen – oft, ohne dass wir sie bewusst wahrnehmen. Wozu also ist generative KI eigentlich fähig und wie funktioniert sie? Wo liegen ihre Stärken, Grenzen und Risiken? Und wie könnte ein kreativer, verantwortungsbewusster und kritischer Umgang mit KI aussehen?
CHRISTIANE CARSTENSEN ist Referentin und Beraterin für generative Künstliche Intelligenz in der Erwachsenenbildung. Gemeinsam mit Dr. Sonya Dase leitet sie die Denkfabrik Dase & Carstensen, in der sie Bildungsorganisationen, Führungskräfte und Lehrende dabei begleitet, die Potenziale von KI reflektiert und praxisnah zu nutzen.
Im Zentrum ihrer Arbeit steht die Frage, wie Menschen in einer von KI geprägten Welt handlungsfähig bleiben: Mit Keynotes, Workshops und Beratungsformaten schafft sie Räume für Reflexion, Kompetenzaufbau und Innovation. Dabei verbindet sie technologische Entwicklungen mit didaktischer Expertise und setzt Impulse für eine zukunftsfähige Bildungs- und Kulturarbeit.
Als Mit-Herausgeberin des kostenfreien Branchenbriefs www.51GradNord.ai ordnet sie aktuelle Entwicklungen ein und unterstützt Bildungsakteure dabei, im dynamischen Feld der KI nicht die Orientierung zu verlieren.
Um welche KI-Tools geht es diesmal?
Large Language Models: Chat GPT, Gemini, Mistral
Claw, Langdock, Duck AI, Manus, Midjourney, Perplexity, Copilot, Dieter, Gladija, Turboscribe, Google Notebook LM, Lengdok, LAMA AI, Langner AI Lab, DeepL, Mile AI, Omnifact, Cambium
Zentrale Learnings
- KI ist ein Werkzeug – kein eigenständig denkendes Gegenüber
- Wer Sprache präzise einsetzt, kann mit einem guten Verständnis für wenige Tools viel erreichen
- Ein verantwortungsvoller Umgang erfordert politische Haltung, die Lust, Technologie nicht nur zu nutzen, sondern informiert und kreativ mitzugestalten und die Bereitschaft, die Angebote der KI immer kritisch zu überprüfen und sich ihrer Bias‘ bewusst zu sein
Ziele des Workshops
- Tieferes Verständnis generativer Systeme jenseits von „Textgeneratoren“
- Aufbau solider Entscheidungskompetenz (Tools, Datenschutz, Urheberrecht, Nachhaltigkeit)
- Entwicklung kreativer, quellengebundener Workflows mit Bias- und Fehlerkontrolle
- Gestaltung der Zusammenarbeit mit KI-Assistenten und Szenarien für Tätigkeiten im Kunst- und Kulturbereich
Zusammenfassung der Veranstaltung
Für IGFT-Mitglieder auf Anfrage
Ein unterstützendes Tool
„Ich möchte Euch eine Interpretation anbieten, die es uns leichter macht, einzuordnen, womit wir es zu tun haben – eben nicht mit Technologie, sondern eigentlich sehen wir hier Sprache.“
Christiane Cartensen
KI ist keine Wissensdatenbank und nicht zu eigenständigem Denken fähig – sie generiert Vorschläge und liefert Angebote, indem sie Wahrscheinlichkeiten in Sprache berechnet. Sie formuliert plausible Antworten und arbeitet mit Trainingsdaten der Vergangenheit. KI ist keine neue Technologie, sondern vor allem eine neue Form, mit Sprache zu arbeiten und Technologie durch Alltagssprache zu steuern. Generative künstliche Intelligenz kann die Produktionsverhältnisse und Vermittlungs- und Lernpraxen im Kulturbereich grundlegend verändern. Die Veranstaltung führt in die Funktionsweisen, Potenziale und Grenzen generativer KI ein, illustriert kreative Workflows und beschäftigt sich mit konkreten, praxisnahen Anwendungsbeispielen eines sinnvollen Einsatzes von KI:
- Kreative Ideenfindung & Sparring für Text- und Bildkonzepte, Programme, Vermittlungsformate oder Texte, Perspektivenwechsel und dramaturgische Skizzen
- Textarbeit: Entwürfe für Programmtexte, Zusammenfassungen, Varianten, Überarbeitungen & Übersetzungen, Förderanträge
- Recherche & Strukturierung als Einstieg oder Denkunterstützung (nie als alleinige Quelle)
- Organisation & Entlastung: bei Strukturierung von internen Orga-Prozessen & Projektkoordination, Zusammenfassungen & Ordnung von Materialsammlungen
„ Die KI antwortet immer nur so gut, wie Ihr im Grunde klarmachen könnt, was Ihr möchtet. (…) Wozu holt Ihr Euch die KI rein? Wie erkennt Ihr diesen Durchschnitt, den Bias, die Klischees, die Diskriminierung, das Bestandswissen und wie könnt Ihr gegensteuern?“
Christiane Cartensen
Ein verantwortungsvolles Verhältnis ist ein kritisches
„ Ohnehin haben wir unsere eigenen Bias. Dann haben wir noch die Bias der KI. Wenn Ihr kreativ arbeiten wollt, müsst Ihr euch immer so ein Stückchen rückversichern, wem Ihr da auf den Leim geht, wie das Datenmaterial euch auch unbewusst vielleicht steuert.“
Christiane Cartensen
Bias & Trainingsdaten
KI ist nicht neutral – sie reproduziert gesellschaftliche Vorurteile, Bias und systemische Ungleichheiten aus ihren Trainingsdaten. Nicht-digitale, marginalisierte und nicht-westliche Lebensrealitäten sind daher stark unterrepräsentiert und diskriminierende Klischees dominieren. Deshalb braucht es Diversität, ein kritisches Verhältnis zu KI und bewusste Gegensteuerung.
Datenschutz
Alle Daten, die in KI-Systeme eingegeben werden, können zum Training genutzt werden und werden gespeichert – daher ist es wichtig, dass wir darüber informiert sind, wie und welche Daten von uns verwendet werden.
- Grundregel: Keine personenbezogenen oder sensiblen Daten eingeben und Vorsicht bei Bildern von Menschen!
Urheberrecht
- KI-generierte Inhalte sind meistens nicht urheberrechtlich geschützt – sie dürfen also genutzt werden, aber ohne exklusives Urheberrecht. Da die KI immer wieder neu generiert, handelt es sich nie um Plagiate. Urheberrecht gilt für Menschen, nicht für Maschinen.
- Geschützte Werke dürfen nicht einfach hochgeladen werden. Ergebnisse müssen geprüft werden – die Verantwortung liegt bei uns, nicht der KI.
Vorsicht bei Vorschlägen der KI
KI kann Inhalte, Zusammenhänge oder Quellen frei erfinden – oft sehr überzeugend. Daher liegt es an uns, ihre Angebote nicht als Wahrheiten zu betrachten, sondern sie kritisch zu überprüfen und uns bewusst zu entscheiden, wie und wofür wir KI einsetzen.
„ Immer bringt die K.I. und jedes Modell ihre eigene Erzählung rein. Ihr bekommt Angebote, aber keine Antworten in dem Sinne. Also, prüft immer genau, ob ihr diese Angebote, ob die euch plausibel erscheinen, ob die euch klug erscheinen. Immer vorsichtig, immer nur als Angebot, nicht drauf vertrauen, Quellen prüfen, wenn es wichtig ist.“
Christiane Cartensen
Vorsicht mit Vertrautheit – Wieso KI uns nahegeht
KI kann zwischenmenschliche Reaktionen imitieren und soziale Nähe simulieren – sie wirkt häufig verständnisvoll und empathisch. Das liegt an Sprache und Dialogform, nicht an Bewusstsein und das darf nicht dazu führen, dass wir ihre Vorschläge weniger hinterfragen, ihr menschliche Fähigkeiten zuschreiben, die sie nicht hat oder ihr emotional vertrauen. Gerade weil künstliche Intelligenz so menschlich wirken kann, ist es zentral, sich immer wieder bewusst zu machen, dass es sich um keine reale menschliche Gesprächspartnerin handelt, sondern um ein Werkzeug. Vor allem im Kulturbereich ist diese Vermenschlichung von Technologie („Anthromorphisierung“) ein zentrales Thema – künstlerisch, ethisch und politisch. Entscheidend sind also der Wille, auszuprobieren und sich zu informieren und eine kontinuierliche und kritische Reflexion.
Digitale Souveränität – Kompetenz durch Ausprobieren
„ Kennst du eines, kennst du alle – egal mit welchem Tool wir eigentlich arbeiten in der generativen KI.“
Christiane Cartensen
KI verändert sich ständig und mit ihr die KI-Praxis und diese erfordert eine eigenständige und verantwortungsbewusste Haltung, Kontext und kritisches Denken. KI ist ein mächtiges Instrument – sie ist keine neutrale Hilfe und kein Ersatz für künstlerische Arbeit. Aber sie kann Prozesse erleichtern, neue Perspektiven eröffnen, einzelne Zugänge demokratisieren und eine immense Unterstützung darstellen. Entscheidend ist wie wir sie einsetzen. Statt ständig neue Tools auszuprobieren, lohnt es sich also, ein paar Tools gut kennenzulernen, bewusst auszuwählen und zu reflektieren, da die Meisten ähnlich funktionieren.
KI-Praxis-Tipp:
„ Wenn Ihr mit KI arbeitet, würden wir Euch raten, nicht mehr als eine Handvoll Tools zu nutzen. (..) Es gibt nicht das beste Tool. Sucht Euch eins aus, mit dem Ihr zufrieden seid und geht ab und an auch nochmal fremd. Werdet lieber Expert*innen mit einem Tool, mit dem Ihr gut arbeiten könnt, aus dem Ihr das Beste rausholt. (…) Es gibt keinen Katalog an Dingen, die möglich sind. Mit jedem Ausprobieren werdet Ihr besser.“
Christiane Cartensen
Der vollständige Workshop von Christiane Cartensen lohnt sich, wenn Du KI nicht nur benutzen, sondern dich noch ausführlicher informieren und sie wirklich verstehen willst – vom Prompten und Personas, konkreten Tipps und der Janusköpfigkeit von KI, zu den Tücken bestätigender Kommunikation und Möglichkeiten der Gegensteuerung, als technologisches Werkzeug, kulturelle Praxis und gesellschaftliche Herausforderung!
Kontaktdaten:
Christiane Carstensen
Dase & Carstensen GmbH
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33602 Bielefeld/ Deutschland
cc@bildungs.consulting
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Tel:+ 49 521 – 54 678 64
Mobile: +49 176 – 6189 1425
